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Fragen
und Antworten - FAQ
Die
häufigsten Fragen mit Antworten aus den täglichen Anfragen zusammengestellt:
Frage:
Hat mein Kind das Kiss-Syndrom?
Antwort:
Man kann natürlich keine Diagnose übers Netz stellen, aber Empfehlungen
aussprechen.
Bei Verdacht auf die Diagnose Kiss-Syndrom ist es anzuraten,
das Kind/Erwachsenen immer einem spezialisierten (speziell für diese Problematik
ausgebildeten) Arzt vorzustellen, um eben Gewissheit zu haben und im Falle eine
geeignete Therapie einzuleiten.
Nur so hat das Kind die Chance sich normal
zu entwickeln, falls sich der Verdacht bestätigen sollte.
Alle möglichen
anderen Ursachen für die Auffälligkeiten des Kindes sollte man zuvor
beim Kinderarzt oder Facharzt abklären lassen (u. a. Hör- und Sehvermögen).

Frage:
Was soll ich bei Verdacht auf Kiss-Syndrom tun?
Antwort:
Bei einem Verdacht auf Kiss-Syndrom ist es am sinnvollsten, einen geeigneten Arzt
auf der Liste herauszusuchen, einen Termin zu vereinbaren, der nicht in allzu
weiter Ferne liegt.
Wir freuen uns auch über Berichte, denn diese sind
sehr wichtig für die Arbeit hier in der Selbsthilfegruppe und im Sinne aller
Kinder und Eltern.

Frage:
Gibt sich dieses Syndrom von selbst wieder, wächst es sich aus oder muss
man es behandeln lassen.
Antwort:
Nein, das Kiss-Syndrom "gibt" sich normalerweise nicht von alleine,
es wächst sich nicht aus, wie vielfach gesagt wird.
Bei Nichtbehandeln
kann es zu Folgeproblematiken kommen:
Kidd-Syndrom
Mit
einer routinemäßigen Untersuchung der Halswirbel von Babies
(wie fürs Hüftgelenk üblich) könnte man sehr vielen Menschen
ein guten Teil ihrer Kopf- und Rückenschmerzen im späteren Leben, aber
auch weitergehende Probleme wie Verhaltensauffälligkeiten etc. ersparen.
Man sollte bei Verdacht auf alle Fälle von einem spezialisierten Arzt eine
Untersuchung durchführen lassen.
Wir führen eine Ärzteliste
mit Spezialisten (speziell für diese Problematik ausgebildete Ärzte).
Insgesamt
ersetzt die manuelle Therapie nicht andere Verfahren, sondern schafft
erst die Grundlage, auf der dann Ergotherapie, Krankengymnastik, INPP oder
Psychomotorik effizient eingesetzt werden können.
Manuelle Therapie
optimiert die Biomechanik (Gelenkfunktion, Muskelfunktion) und die zentrale Steuerung.

Frage:
Muss der Hals schief sein oder kann trotzdem das Kiss/Kidd-Syndrom vorliegen?
Antwort:
Die Kinder können ganz gerade aussehen und beim Untersuchen der körperlichen
Funktionen und Röntgen kann sich herausstellen, dass doch eine Asymmetrie
des Atlas oder anderer Wirbel vorliegt.
Meist sind nur die Schiefhalskinder
für Laien sichtbar schief.
Weitere Infos zu Schiefhals

Frage:
Ist ein Schiefhals ein Kiss-Syndrom?
Antwort:
Kiss-Kinder
müssen keinen Schiefhals haben, also für ungeübte
Augen nicht schief sein.
Kinder, die einen sichtbaren Schiefhals (schiefen
Hals) haben, sollten auf alle Fälle auf Kiss hin untersucht werden, weil
meist ein Kiss vorliegt. Der Kopf wird gegenüber dem Rumpf schief gehalten.
Beim Schiefhals muss man an Fehlbildungen und den von den Augen ausgelösten
Formen denken, auch seltene Tumore können solch ein Bild verursachen.
Ursachen für Schiefhals können sein:
-
Funktionsstörungen der Kopfgelenke (KISS) als häufigste Ursache
- Fehlsichtigkeit
(occulärer Schiefhals) mit freier Halswirbelsäulenbeweglichkeit
- Fehlbildungen
der HWS (eingeschränkte HWS Beweglichkeit)
- Tumoren
(eingeschränkte und uneingeschränkte Beweglichkeit der HWS)
- Neurologische
Störungen
- mesiale
Frontallappenanfälle (Krämpfe)
- Hemihypertrophie
(eine Körperseite wächst schneller)
- andere
seltene
Nr.2 bis 8 sind selten bis sehr selten.
Selten
korrigiert sich der Schiefhals nach der Kissbehandlung nicht, weil das
muskuläre Problem (muskulärer Schiefhals) sehr extrem
ist und evtl. die Behandlung zu spät erfolgte.
Ganz selten muss dann
operiert werden am Halsmuskel.
In den meisten Fällen aber lässt
sich mit einer guten Behandlung die Funktionsstörung beheben. Es kann sein,
dass die Kinder nach einigen Jahren nach der erfolgreichen manuellen Behandlung
keinen Schiefhals mehr haben und auch keine Krankengymnastik mehr machen müssen.
Diese Sonderform ist der sog. muskuläre Schiefhals, wobei es
sich letztlich um einen Sonderfall bei KISS I handelt, bei dem es durch die Gelenkreizung
hochzervikal zur Anspannung des M. sternokleidomastoideus kommt. Dieser Muskel
verspannt sich derart und wird ggf. unter der Geburt dann noch mal gestresst/gedehnt,
so dass es zu Einblutungen (Hämatom) kommt.
Ein Muskel kann durch sich
allein nie verkürzen, er braucht dafür Befehle - hier die Gelenkreizung
mit Schonhaltung.
"Schiefhals
ist nicht immer ein KISS, der muskuläre Schiefhals aber schon." Dr.
Sacher

Frage:
Ist die Manuelle Therapie= Atlastherapie/HIO-Technik schmerzhaft?
Antwort:
Zur
Technik: Seitlich am oberen Hals direkt unter dem Hinterkopf wird mit maßvollem
Impulsdruck gearbeitet.
Die Behandlung ist weitestgehend schmerzfrei, aber
schon bei der Untersuchung selber sind die Babies natürlich häufig nicht
ganz glücklich, so dass ein Protest die Regel ist. Dass es sich hierbei nicht
um große Schmerzen handeln kann, merkt man daran, dass sich die Kinder fast
immer sofort wieder beruhigen, wenn sie der Mutter/ dem Vater zurück auf
den Arm gegeben werden.
Als Reaktion bemerkt man oft eine unmittelbare
Verbesserung des Gleichgewichts und eine relativ schnelle Entspannung der Haltemuskulatur.
Man nimmt an, dass durch diesen Impuls, die im Nacken sehr zahlreichen und für
die Haltung wichtigen Messfühlersysteme angeregt werden. Eine Neuregelung
des Körpers wird dadurch ermöglicht.

Frage:
Wie untersucht der Arzt, ob ein Kiss-Syndrom vorliegt? Was wird am 1. Termin gemacht?
Antwort:
In der Regel erhalten Eltern zunächst einen Anamnesebogen mit Fragen zu Schwangerschaft,
Geburt, Entwicklung und Verhalten des Kindes in den ersten Lebenswochen und Monaten.
Anschließend
wird bei Säuglingen eine gründliche körperliche Untersuchung durchgeführt.
Untersucht wird unter anderem die altersgerechte Entwicklung, der Muskeltonus,
die Reflexe usw. anschließend erfolgt eine gründliche Untersuchung
der Wirbelsäule, der Halswirbelsäule und des Beckens. Hier kann der
Arzt schon feststellen, ob Seitenabweichungen (Asymmetrien) vorliegen.
Zur
weiteren Diagnosenstellung ist dann ein Röntgenbild notwendig.
Die Stellung
der Wirbel und der Kopfgelenke zueinander können so genau vermessen werden
und eventuelle Fehlbildungen (z. B. Keilwirbel) können ausgeschlossen werden.

Frage:
Muss zwingend geröntgt werden, um eine Kiss-Behandlung (Atlastherapie/HIO-Technik)
durchführen zu lassen?
Antwort:
Ja,
keine Impulstherapie ohne Röntgenbild! (Dr. Sacher)
Es sollte
geröntgt werden:
-
um eventuelle Fehlbildungen oder anatomische Besonderheiten
(z.B. Keilwirbel,
Blockwirbel, Dysplasien) der Wirbelkörper auszuschließen.
- um
eine effektive Behandlung durchführen zu können, da diese sich auch
u. a. an dem dem vorliegenden Röntgenbefund (genaue Stellung der Kopfgelenke)
orientiert.
- Es
hängt davon auch sehr ab, ob eine Therapie überhaupt Erfolg haben kann.
--> Röntgenmethode n. Sandberg oder n. Arlen
Die
Röntgenuntersuchung erfolgt vor der 1. Behandlung und muss vor evtl. Kontrollterminen
nicht wiederholt werden. Nur wenn mehrere Jahre zwischen 2 Behandlungen liegen
sollten, kann es sein, dass eine erneute Röntgenaufnahme erforderlich wird.
Durch das Wachstum des Kindes haben sich ja die anatomischen Gegebenheiten im
Laufe der Zeit geändert.
Die
größte Befürchtung der meisten Eltern gilt der Strahlenbelastung.
Röntgen funktioniert nicht ohne Strahlen. Allerdings hat sich diese in den
letzten Jahren erheblich reduziert. Dabei kommen spezielle Filter und hochempfindliche
Filme zum Einsatz. So kann die Strahlendosis sehr gering gehalten werden. Jeder
Arzt wird dennoch bemüht sein, möglichst wenig zu röntgen. Dr.
Robby Sacher, Handbuch KISS KIDDs
Die
Strahlenbelastung während der Röntgenuntersuchung ist nicht höher,
als die während eines Skiurlaubes oder eines Langstreckenfluges!

Frage:
Was
ist mit der Reaktionszeit gemeint und wie lange dauert diese?
Antwort:
Mit
der Reaktionszeit sind die ersten Tage und Wochen nach der Behandlung gemeint,
in denen sich der kindliche Organismus auf die neuen Muskelverhältnisse und
Nervensteuerung einstellen muss. Diese Zeit kann 2-3, manchmal sogar auch bis
zu 8 Wochen dauern, je nachdem welche Prozesse durch die Behandlung in Gang gesetzt
wurden.
Manche
Eltern sehen unmittelbar nach der Behandlung erste Erfolge, andere müssen
sich einige Tage oder sogar einige Wochen gedulden bis sich erste Fortschritte
zeigen.
Es kann auch sein, dass am einen Tag die Schiefhaltung komplett verschwunden
ist, um am nächsten Tag schlimmer als je zuvor wieder aufzutreten. Einige
Kinder schlafen direkt nach der Behandlung durch, bei anderen verstärkt sich
die Schreiproblematik zunächst, um dann nach und nach zu verschwinden.
Die
ersten 2-3 Wochen nach der Behandlung sollten dem Körper keine zusätzlichen
Reize zugefügt werden. Deshalb ist es ratsam, in dieser Zeit auf Physiotherapie
oder Sport zu verzichten ebenso auf
z.B. Impfungen, intensivere Diagnostik, Osteopathie.

Frage:
Kann es sein, dass mein Kind eine erneute Blockade hat?
Antwort:
Zu erneuten Blockaden kann es durchaus kommen. Es empfiehlt sich bei Verdacht,
zum Beispiel bei Wiederauftreten der bekannten Symptome über 2 Wochen den
behandelnden Therapeuten aufzusuchen.
Es stellt sich die Frage nach der Ursache:
ein Sturz, eine Operation etc.
Bei
kurzen Rückfällen oder Verschlechterungen - z.B. im Rahmen einer Infektion
oder eines Wachstumsschubes - braucht man aber nicht jedes Mal neu manualmedizinisch
nachsehen lassen. Es kann sein, dass die Kinder in alte Muster eben für diese
kurze Zeit zurückfallen.
Das
Wiederkehren der Blockaden ist häufiger bei älteren Kindern/Erwachsenen
zu beobachten. Diese müssen oft häufiger behandelt werden, da es zu
einer Fixierung gekommen sein kann.
Auch
kann es sein, dass nicht nur der Atlas verantwortlich ist für ein Wiederkehren
der Symptome. Man muss sehr genau untersuchen, um eventuelle andere Störfaktoren
ausfindig zu machen. Zum Beispiel könnte auch der 2. Halswirbel betroffen
sein oder die Beckengelenke oder Sonstiges. Hier wäre dann eine Untersuchung
und Behandlung bei einem nach Gutmann ausgebildeten Mediziner anzuraten.
Dies
gilt auch für Patienten, die osteopathisch vorbehandelt wurden und dort nicht
das zu wünschende Ergebnis erzielt wurde.

Frage:
Osteopathie und Kiss-Syndrom?
Antwort:
Das Kiss-Syndrom ist mit manueller Therapie und zwar der Atlastherapie nach Arlen
oder der manuellen Therapie nach Gutmann, der Hio-Technik mit größtem
Erfolg behandelbar.
Zahlreiche
Eltern berichten, dass ihr Kind monatelang! (hohe Kosten zusätzlich) osteopathisch
behandelt wurde. Es stellten sich durchaus kurzfristige Erfolge ein, aber der
eigentliche Durchbruch konnte nie wirklich erreicht werden. Ebenso erfolgte keine
röntgenologische Untersuchung.
Diese
Eltern berichten dann immer wieder, dass sich der Erfolg erst nach einer manualtherapeutischen
Behandlung bei einem Spezialisten einstellte.
Da
die Ausprägung eines Kiss-Syndroms sehr unterschiedlich sein kann, gibt es
durchaus die Möglichkeit des Ausreichens einer osteopathischen Behandlung.
Dennoch wird geraten, eine gründliche Untersuchung beim Facharzt inklusive
Röntgen vornehmen zu lassen.
Bei
einem Verdacht auf Kiss-Syndrom ist es daher am sinnvollsten, einen geeigneten
Arzt zu suchen, einen Termin zu vereinbaren, der nicht in allzu weiter Ferne liegt,
um dem Kind unnötige Wartezeit und eine Vielzahl von Therapieversuchen zuzumuten.
Die
Osteopathie ist oftmals eine gute Ergänzung.
Weitere
Infos

Frage:
Knacken während der Behandlung?
Antwort:
Das Knacken von Gelenken ist uns Erwachsenen (morgens beim Aufstehen oder beim
Drehen) meist gut bekannt und ist nicht schmerzhaft. Auch Babys können schon
mal beim Hochnehmen hier und dort knacksen.
Dass es bei der Behandlung mal
knackt, ist nichts Erschreckendes, ist auch nicht schlimm und ist bei Leibe kein
Zeichen einer unvorsichtigen oder wenig schonenden Therapie.
Nicht selten
geht das Lösen einer Blockade mit einem leisen Knacken einher.
Das bedeutet
aber noch nicht, dass etwas weh tut.
Die Behandlung der Kinder ist eine andere
und schonendere als bei Erwachsen, nur der Effekt kann ähnlich sein und schließlich
soll sich die Blockierung ja auch lösen.

Frage:
Verformung des Kopfes/Helmtherapie
Antwort:
Die Verformung des Kopfes kommt in der Folge des asymmetrischen Druckes, d.h.
solange die Asymmetrie nicht beseitigt ist, kann sich der Kopf nicht normalisieren.
Die Normalisierung des Köpfchens dauert bis zu einem Jahr, wenn das
Kind in den ersten Lebensmonaten behandelt wurde.
Oftmals ist nicht nur der
Atlas betroffen, sondern auch Axis usw. und hier liegt dann die Erfolgsquote durch
die Therapie nach Gutmann eher höher.
Wenn ich im Gelände Unkraut
zupfe, dann wächst es nach, solange, bis ich die Wurzel mit beseitige.
So ist es auch mit der Verformung des Kopfes und anderen Folgeproblemen.
Eine Helmtherapie oder eine Lagerung beseitigt zwar die Verformung im Laufe der
Zeit, aber die Wurzel des Übels bleibt ohne entsprechende Behandlung bestehen
und an anderer Stelle zeigt sich dann später eine neue Folge: siehe Kidd-Syndrom.
Ebenso ist die psychische Belastung der Kinder unter der Helmtherapie zu
beachten, zumal man mit einer guten und frühzeitigen Behandlung im Laufe
der Zeit überwiegend zum gleichen Ziel gelangen kann.
Pia
Ehses-Scherer, Kiss-Kid.de
In
den letzten Jahren kam ein spezieller Helm für Säuglinge aus den Markt
(Gießener Helmorthese), der vermeiden soll, dass die Babys eine vermehrte
Hinterhauptsabplattung entwickeln. Abgesehen von den psychosozialen Folgeproblemen
einer Helmversorgung im Säuglingsalter richtet sich jedoch der Hauptaufwand
gegen den Behandlungsversuch eines (sicher nicht unwichtigen) kosmetischen Symptoms,
ohne dem ursächlichen Problem der Zwangshaltung Rechnung zu tragen. Wird
dieses durch eine manuelle Behandlung beseitigt, kann das Köpfchen wieder
seitengleich belastet werden.
Eine Helmorthese hat jedoch keinen Einfluss
auf die gestörten Bewegungsmuster des Säuglings und ist somit für
die Behandlung der komplexen Fehlsteuerung bei Kiss-Kindern ungeeignet. Schon
Mitte der 90er wurde eine solche Helmorthese in Holland verwendet. Abgesehen von
der Hinterhauptsabplattung sind die Folgesymptome unbeeinflusst geblieben.
Dr. Robby Sacher, Handbuch KISS KIDDs
In
sehr schweren Fällen der Schädelasymmetrie, z.B. wenn der schräge
Durchmesser des Kopfes mehr als 1,5 cm differiert im Alter von ca. 8 - 9 Monaten,
dann könnte über eine Helmtherapie nachgedacht werden, damit noch ein
besseres Ergebnis in der Schädelform erreicht werden kann. Nach dem 10. Monat
ist das schon relativ aussichtslos. Eine Vorraussetzung ist aber, dass die Kopfgelenke
frei sind.
Dr.
Göhmann
Der
Kopf und die Kopfgelenke werden durch den Helm auch belastet und eine Behandlung
z.B. durch Dr. Biedermann wird durch den Helm, der nach der Behandlung getragen
wird, eigentlich zu Nichte gemacht, sprich die Behandlung war in etwa für
die Katz. Der Körper des Kindes kann sich nicht frei an die neue Situation
der Symmetrie anpassen, weil er sich mit dem Helm herumärgern muss. Die Psyche
des Kindes wurde ja schon angeschnitten. Es gibt eine verschwindend geringe Anzahl
von Fällen, in denen eine Helmorthese wirklich angezeigt ist.
Kiss-Kid.de

Frage:
INPP und Kiss-Syndrom?
Antwort:
Also grundsätzlich ist INPP eine gute Sache, aber ich gebe zu Bedenken, dass
die Therapie nur richtig wirken kann, wenn zuvor der Hals gut behandelt wurde!
Die Halswirbelsäule muss richtig funktionieren.
Die Behandlung geht
auch über lange Zeit, z.B. 1 Jahr und braucht eine Menge Motivation und Durchhaltevermögen
mit mindestens 1 Mal täglich üben...
In der Zwischenzeit kann sich
auch nochmals die Halssituation verschlechtern und das muss auch im Blick bleiben.
Bei vielen Kindern ist INPP eine wichtige und notwendige Ergänzung zur Kiss-Behandlung
und bei anderen Kinder erledigt sich das Problem der Reflexe nach einer erfolgreichen
Behandlung am Hals von alleine.

Frage:
Stehen Epilepsieformen und Autismus mit dem Kiss-Syndrom im Zusammenhang?
Antwort:
Es
kann sinnvoll sein, bei diesen Kindern eine manualmedizinische Diagnostik durchzuführen.
Bei den verschiedenen Epilepsieformen wurde mehrfach beobachtet, dass deren Häufigkeit
durch manuelle Therapie reduziert werden kann.
Bei Autismuskinder war das nicht
so, die Fortschritte sind meist klein (aber immerhin).

Frage:
Übernehmen die Krankenkassen die Kosten?
Antwort:
Gesetzeslage:
Die Atlastherapie n. Arlen ist kassenärztlich nicht anrechenbar, weil
sie vom medizinischen Dienst der Krankenkassen nicht anerkannt ist. Alles andere
kann von einem Kassenarzt abgerechnet werden, also Röntgen, Mobilisation,
selbst einige osteopathische Techniken.
HIO-Technik nach Gutmann wird
in jedem Alter kassenärztlich abgerechnet.
Fakten:
Die manuelle Kinderbehandlung ist sehr zeitaufwendig und bedarf einer hohen Qualifikation
des Arztes.
Die (kassenärztl.) Entlohnung ist dafür nicht ausgelegt
(ca . 4 Kinder pro Stunde) und das kann sich niemand wirklich leisten.
Daher
hat ein Teil der Ärzte die Zulassung zurückgegeben oder gar nicht beantragt
(privat) ein anderer Teil nimmt Zuzahlungen.
Wenn
es noch Ärzte gibt, die einen Teil der Kosten über die Kassen abrechnen
können, weil sie einen normalen Praxisbetrieb haben, dann sollten
wir froh darüber sein.
Warum? Weil die Leistungen der Kassen limitiert
und budgetiert sind, also nicht frei in Art und Menge und beliebig zu erbringen,
wie z.B. Chirotherapie, Röntgen, Nachsorgekontrollen etc. Außerdem
benötigt man wie gesagt Zeit für die Kinder.
Eine Praxis muss auch
wirtschaftlich arbeiten, denn sonst muss sie geschlossen werden und diese Hilfe
würde versiegen.
Wer fast ausschließlich Kinder (Erwachsene) nur
mit manueller Therapie behandelt, ist gezwungen, die Leistungen privat abzurechnen.
Auch eine Anerkennung von Seiten der Wissenschaft wäre zwar schön, aber
deswegen wohl kaum als "Kassenleistung" denkbar, würde also daran
nichts ändern können. Ein Qualitätsverlust oder eine Beliebigkeit
wäre evtl. eine Folge.
Wenn
jemand eine Erstattung der Kosten möchte, dann sollte er persönlich
zur gesetzlichen Krankenversicherung gehen und einen Antrag auf Kostenübernahme
(ggf. auch teilweise) im Rahmen einer Einzelfallentscheidung (!! Zauberwort !!)
erbitten.
Grundsätzlich muss die GKV nämlich nicht bezahlen, solange
der gemeinsame Bundesausschuss (GBA - Kassen- & Ärztevertreter &
Politik) eine Therapie nicht anerkennt...
Das
Thema ist sehr vielschichtig!
Meine
persönliche Meinung:
Eine Behandlung kann auch mal ein Geschenk sein
für die Gesundheit vielleicht sogar von mehreren Schenkenden.
Die Hio-Technik
muss auch nur in hartnäckigen Fällen mehrmals angewendet werden.

Frage:
Welche
Folgetherapien können nach der KISS-Behandlung sinnvoll sein?
Antwort:
Im
Säuglings- und Kleinkindalter ist es durchaus sinnvoll, einige Monate abzuwarten
ob und wie sich der kleine Körper nach der Behandlung "selbst helfen"
kann.
Für Kinder, die ausgeprägte Asymmetrien aufweisen oder in ihrer
Entwicklung deutlich verzögert sind, kann Physiotherapie eine gute Ergänzung
sein.
Dabei gibt es verschiedene Konzepte nach denen geübt wird (Vojta
oder Bobath). Manche Therapeuten kombinieren Elemente aus den verschiedenen Methoden.
Es lässt sich schwer voraussagen, welche Methode besser für das einzelne
Kind wäre. Wichtiger ist, dass die Chemie zwischen Therapeut, Kind und Eltern
stimmt!
Ältere
Kinder (über das 2. Lebensjahr hinaus), die zum Zeitpunkt der KISS-Behandlung
schon merkbar entwicklungsverzögert sind, können anschließend
ebenfalls von Physiotherapie, Ergotherapie (Sensorische Integrationstherapie)
oder Entwicklungs- und Lerntherapie nach Päpki profitieren.
Für
Kinder ab Vorschulalter können INPP (Neurophysiologische Entwicklungsförderung)
oder Sensorisch-Integrative Motoherapie sinnvoll sein. Ich gebe zu Bedenken, dass
diese Therapieformen nur richtig wirken können, wenn zuvor der Hals gut behandelt
wurde! Die Halswirbelsäule muss richtig funktionieren.
Die Behandlung
geht auch über lange Zeit, z.B. 1 Jahr und braucht eine Menge Motivation
und Durchhaltevermögen mit mindestens 1 Mal täglich üben...
In
der Zwischenzeit kann sich auch nochmals die Halssituation verschlechtern und
das muss auch im Blick bleiben.
Bei
vielen älteren Kindern sind noch Reste von frühkindlichen Reflexen nachweisbar,
die die Entwicklung der Sensomotorik und das Lernen behindern. Für diese
Kinder ist entweder Päpki, INPP oder SI-Mototherapie eine wichtige und notwendige
Ergänzung zur Kiss-Behandlung. Bei anderen Kindern erledigt sich das Problem
der Reflexe nach einer erfolgreichen Behandlung am Hals von alleine.
Für
mehr Informationen:
